Entgelt, Lohn und Gehalt – die Vergütungsbasics

Charlotte Block

Aktualisiert am 13.05.2019

Früher war das mit dem Entgelt noch einfach. Der/die Arbeiter:in bekam seinen Lohn, der/die Angestellte oder Beamt:in sein Gehalt. Zusätzlich zum monatlichen Entgelt vielleicht am Ende des Jahres noch Weihnachtsgeld. Ein vorhersehbares Einkommen für den/die Arbeitnehmer:in und kalkulierbare Kosten für den Arbeitgeber.

Inzwischen sind die Vergütungssysteme komplexer geworden. Über Boni, Prämien, Provisionen, Tantiemen bis hin zum neuen Trend der kollektiven variablen Vergütung. Auch durch Gehaltserweiterungen wie betriebliche Gesundheitsförderung oder geltwerte Vorteile, z.B. Belegschaftsrabatte, lassen sich Leistungsanreize setzen, die nicht immer eine reine Gehaltserhöhung bedeuten. Als Gründer und junger Unternehmer kommen gerade am Anfang einige Fragen auf.

Denn die Verwirrung beginnt oft schon mit den Bezeichnungen:

  • Lohnabrechnung

  • Gehaltsabrechnung

  • Entgeltabrechnung

  • Arbeitslohn

  • Arbeitsentgelt

Lohn, Gehalt oder doch Entgelt?

Keine Sorge – Es folgt kein Auszug aus dem BWL-Lehrbuch. Alles nicht so kompliziert. Um die Vor- und Nachteile von verschieden Vergütungsmodellen nachzuvollziehen, bedarf es aber doch ein wenig Theorie. 🤓

Was ist der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt?

Grundsätzlich unterscheidet man Lohn und Gehalt wie folgt:

In der Regel wird das monatliche Entgelt als Gehalt gezahlt. Es ist unabhängig von der Anzahl der monatlichen Arbeitstage und der erbrachten Leistung (außer es gibt zusätzlich Boni). Sprich ein Gehalt hat jeden Monat den gleichen Betrag. Also wenn der/die Arbeitnehmerin in einem Monat Urlaub hatte oder es Feiertage gab. Deswegen spricht man häufig von einem Grundgehalt.

Der Lohn hingegen hängt von der geleisteten Arbeit ab. Sprich unter Berücksichtung der erbrachnten Arbeitsleistung wird der der Lohn berechnet. Basis zur Berechnung können hier ein vereinbarter Stundenlohn oder eine produzierte Stückzahl sein. Die monatliche Stundenzahl kann jedoch durch Urlaub oder Feiertage schwanken und dementsprechend varriert das monatliche Lohngehalt. Ebenso ist die Auftragslage eines Unternehmens für die Lohnhöhe ein Faktor.

Sowohl bei Lohn, als auch Gehalt wird noch mal zwischen monatliches Entgelt brutto und netto unterschieden.

Entlohnungsformen / Entgeltmodelle

Das Wörtchen Lohngehalt sorgt ganz schön für Verwirrung. Im klassischen Rechnungswesen umfasst Lohn das Entgelt, welches dem Arbeitnehmer für seine erbrachte Arbeitsleistung gezahlt wird. Dabei wird zwischen verschiedenen Lohnformen unterschieden.

1. Zeitlohn

  • Gehalt

  • Stundenlohn

  • Tagelohn

2. Leistungslohn

  • Akkordlohn

  • Prämienlohn

3. Beteiligungslohn

  • Verkaufsprämien

  • Gewinnbeteiligung

Zeitlohn

Die wohl geläufigste Variante ist der Zeitlohn. Also die Entlohnung nach der Dauer der geleisteten Arbeitszeit. Ob der Arbeitnehmer nun ein Gehalt oder einen Stundenlohn erhält, ist dafür zunächst nicht von Belang.

Und auch die früher geläufige Abgrenzung nach der Art der Tätigkeit ist inzwischen irrelevant. Das merkt man auch daran, dass selbst der eher „gemütlich“ agierende Gesetzgeber inzwischen zum Großteil auf die Unterscheidung verzichtet und stattdessen den Begriff des Entgelts verwendet (z.B. von Lohnfortzahlung zu Entgeltfortzahlung).

Wichtiger wird die Unterscheidung bei der Abrechnung des Arbeitsentgelts (oder steuerrechtlich auch Arbeitslohn). Wir beleuchten darum mal detaillierter:

Stundenlohn

Im Falle des Stundenlohns erfolgt die Berechnung des Arbeitsentgelts auf Basis der tatsächlich erbrachten Arbeitsstunden. Das Entgelt kann dadurch von Monat zu Monat erheblich variieren (z.B. Arbeitstage pro Monat, schwankende Auslastung).

Das Arbeitsentgelt berechnet sich also vereinfacht aus:

(Erbrachte Arbeitsstunden) X (Fester Stundenlohn) – (Pausenzeiten)

Gehalt

Als Gehalt wird ein festes monatliches Entgelt bezeichnet, welches unabhängig von Überstunden sowie Arbeits- / Feiertagen ausgezahlt wird. Gleiches gilt in der Regel auch für die Vereinbarung eines Jahresgehalts, z.B. für leitende Angestellte.

Verstetigtes Gehalt

Bei einer stundenweisen Abrechnung kann es beim Entgelt, wie oben beschrieben, zu starken Schwankungen kommen. Dies ist weder für den Arbeitgeber noch für die Arbeitnehmer:innen wünschenswert. Als gängige Praxis hat sich daher das verstetigte Gehalt etabliert. Dabei handelt es sich um einen fixen Monatslohn.

Als Basis für den Monatslohn dient eine fest vereinbarte Zahl an Arbeitsstunden pro Monat multipliziert mit dem festen Stundenlohn. Ergeben sich Abweichungen von der vereinbarten Arbeitszeit, werden diese Plus- und Minusstunden auf einem Arbeitszeitkonto verrechnet. So können Kostenspitzen in Zeiten erhöhten Arbeitsaufwands abgefedert werden, und umgekehrt.

Das verstetigte Gehalt kann z.B. auch für Minijobber:innen und Werkstudent:innen eine Alternative zur stundenweisen Abrechnung darstellen. Für geringfügig Beschäftigte ist generell zu beachten, dass zum einen der gesetzliche Mindestlohn eingehalten wird, und zum anderen der Jahreswert von 5.400,00 Euro (Stand: 2019) nicht überschritten wird.

Bei Werkstudent:innen muss neben dem Mindestlohn noch die Arbeitszeit im Auge behalten werden. Diese darf lediglich 26 Wochen im Jahr die 20-Stunden-Grenze überschreiten.

Für Saisonarbeiter:innen ist auf Grund der zeitlichen Beschränkung der Tätigkeit eine stundenweise Abrechnung meistens von Vorteil. Insbesondere dann, wenn der/die Arbeitnehmer:in im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung versicherungs- und beitragsfrei angestellt werden soll (hier beträgt die Beschäftigungsdauer max. 3 Monate).

Pro & Con des Zeitlohns

Vorteile

➕ simple Lohnabrechnung

➕ geringer Leistungsdruck

➕ Fördert Arbeitsqualität

➕ kalkulierbares Einkommen / Kosten

Nachteile

➖ Geringe Leistungsanreize

➖ Keine gezielte Förderung von leistungsstarken Arbeitnehmer:innen

Soviel zur Basis der Vergütungsmodelle. Natürlich gibt es darüber hinaus, wie bereits erwähnt, einige andere Varianten der Entlohnung. Wer noch mehr über Entlohnung nach Leistung oder auch neuen Formen wie kollektive variable Vergütung, schaut einfach weiter auf unserem Blog.

Lust, bei der Gehaltsabrechnung Zeit zu sparen?

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