1%-Regelung, Fahrtenbuch - wie war das nochmal? Besteuerung des Firmenwagens

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Charlotte Block

Aktualisiert am 16.11.2022

Wir kennen sie alle – und vielleicht sind wir auch selber einer der (glücklichen) Menschen, die beruflich ein Auto zur Verfügung gestellt bekommen, welches sie auch privat nutzen können. Wer den Firmenwagen allerdings privat nutzt, muss einen gewissen Aufwand betreiben und den Wagen als geldwerten Vorteil versteuern. Es gibt zwei Wege der Besteuerung: die 1%-Regelung und die Fahrtenbuchmethode. Ob man mit einem Fahrtenbuch oder der pauschalen Ein-Prozent-Regelung steuerlich günstiger fährt, hängt vom Umfang der Privatnutzung des Firmenwagens ab.

Inhaltsverzeichnis

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Die Ein-Prozent-Regelung

Bei der Ein-Prozent-Regelung erfolgt die Versteuerung von 1 Prozent des Brutto-Listenpreises (Neuwagenpreis inkl. Umsatzsteuer, inkl. Zusatzausstattung, ohne Rabatte) pro Monat. Die Ein-Prozent-Regelung für Firmenwagen darf nur angewendet werden, wenn das Fahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird. Sollte das nicht der Fall sein, ist ein Fahrtenbuch zu führen.

Für Elektroautos und Hybridautos, die nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 angeschafft werden, sind nur 1 Prozent vom halben Bruttolistenpreis anzusetzen.

Für den geldwerten Vorteil, der auf die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entfällt, gewährt der Gesetzgeber dem Arbeitgeber ein weiteres Wahlrecht der Besteuerung.

Dieser Sachbezug kann entweder individuell gem. ELStAM-Daten versteuert werden oder mit 15% Pauschalversteuerung. Hierbei gilt allerdings die Begrenzung auf die Entfernungspauschale von 0,30 € gem. Einkommensteuererklärung.

Zu beachten ist, dass sich der geldwerte Vorteil bei doppelter Haushaltsführung um einen weiteren Betrag erhöht - in Abhängigkeit der Entfernung zwischen Hauptwohnsitz und Zweitwohnsitz.

Die Fahrtenbuchmethode

Bei der Fahrtenbuchmethode erfolgt die Ermittlung des zu versteuernden geldwerten Vorteils anhand eines Fahrtenbuchs. Hier müssen alle Fahrten sofort nach ihrer Durchführung mit der Entfernung und dem Fahrtgrund eingetragen werden. Für die korrekte Führung eines Fahrtenbuches gibt es strenge Auflagen vom Finanzamt - diese Infos können direkt beim zuständigen Finanzamt erfragt werden.

Auf der Lohnabrechnung erfolgt die Darstellung des Geldwerten Vorteils gem. Entgeltbescheinigungsverordnung (EBV). Der geldwerte Vorteil/Sachbezug erhöht zunächst das Gesamtbrutto, wird bei der Steuer- und SV-Berechnung berücksichtigt und zum Schluss wieder abgezogen.

Und wie finde ich heraus, was für mich die günstigste Methode ist?

Wer steuerlich optimal fahren möchte, fährt zweigleisig. Man kann für sich selbst, trotz Anwendung der Ein-Prozent-Regelung, ein Fahrtenbuch führen. Am Jahresende prüft man mittels einer Vergleichsrechnung die steuerlich günstigste Variante und wechselt dann zu Jahresbeginn ggf. die Besteuerungsvariante.

Sachbezüge wie Firmenwagen können natürlich auch mit PayFit eingetragen werden, sodass sie direkt in der Lohnabrechnung berücksichtigt werden.

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