Prämien, Provision oder kollektive variable Vergütung – Vergütungsextras

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Carina Schumacher

Content Manager

Aktualisiert am 15.05.2019

Im unserem Artikel Entgelt, Lohn und Gehalt – die Vergütungsbasicswurden wurden Lohn und Gehalt genauer beleuchtet. In diesem Artikel möchten wir Sonderfälle wie Prämien, Boni, Provisionen, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld sowie die kollektive variable Vergütung beleuchten.

Inhaltsverzeichnis

Lust, bei der Gehaltsabrechnung Zeit zu sparen?

Prämien, Boni und Provisionen erklärt

Durch die variable Vergütung in Form von Bonus, Prämie und Provision werden leistungsstarke Arbeitnehmer:innen aktiv gefördert und belohnt. Voraussetzung sind natürlich die passenden Messgrößen

  • Zielvereinbarung

  • Leistungsbewertung

  • Einhaltung von Terminen

  • Umsatzziele etc.

Meistens erfolgt diese Art von Vergütung zusätzlich zum Basisentgelt, welches wir hier beleuchtet haben.

Prämien/Boni

Diese Formen der Vergütung werden häufig als Leistungslohn bezeichnet. In der Regel sind Zusatzvergütungen an die individuellen Leistungen der Arbeitnehmer:innen gekoppelt und können aus monetären Zulagen oder geldwerten Vorteilen bestehen.

Zu beachten ist, dass beide Zulagen als Teil des Arbeitslohns/Arbeitsentgelts steuer- und beitragspflichtig sind.

Für bestimmte geldwerte Vorteile bestehen jedoch Freibeträge. Auf diese Weise bleibt den Arbeitnehmer:innen oft mehr Netto- vom Bruttoentgelt. Hier ein kleiner Auszug, was so ein geldwerter Vorteil sein kann:

Laptop, Tablet, Smartphone

Diese Geräte können den Arbeitnehmer:innen kostenfrei zur privaten Nutzung überlassen werden (steuerfrei). Voraussetzung ist hier, dass sie im Eigentum des Arbeitgebers verbleiben.

Warengutscheine

Sachleistungen wie beispielsweise Jobtickets sind bis 44 Euro steuer- und sozialabgabenfrei.

Personalrabatt

Arbeitnehmer:innen erhalten unternehmenseigene Dienstleistungen oder Produkte vergünstigt. Der Rabattfreibetrag beträgt hier 1.080 Euro (Stand 2019). Der Freibetrag bezieht sich dabei auf den zum Normalpreis eingesparten Wert.

Mehr zu Alternativen zur klassischen monetären Vergütung haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Es bestehen also neben einer Erhöhung des Stundenlohns/Gehalts zahlreiche Möglichkeiten, das verfügbare Einkommen variabel zu erweitern. Geldwerte Vorteile müssen dabei aber nicht zwingend mit einer Zielerreichung verknüpft werden, sondern können auch als freiwillige Leistung des Arbeitgebers erfolgen.

Pro & Contra – Prämien / Boni

Pro

➕ Qualitätsorientierte Vergütung

➕ Erhöhte Leistungsbereitschaft

➕ Mögliche Kosteneinsparungen (Durchlaufzeiten, Verbesserung der Abläufe)

➕ Leistungsstarke Arbeitnehmer fördern & binden

Contra

➖ Erhöhter Aufwand in der Lohnabrechnung

➖ Schwierige Quantifizierung von Leistungszielen (Passende Messgrößen)

Provision

Die Provision ist ein erfolgsabhängiger Anteil des Arbeitsentgelts. Im Gegensatz zur Prämie gewährt die Provision dem Arbeitnehmer regelmäßig einen Prozentsatz einer Wertgröße (beispielsweise von Arbeitnehmer:innen generierter Umsatz / des Deckungsbeitrags) als Vergütung.

Im Gegensatz zur Tantieme ist dabei nicht das Gesamtergebnis eines Unternehmens die Berechnungsgrundlage, sondern einzelne Abschlüsse der jeweiligen Arbeitnehmer:innen. Die Provision ist häufig bei Versicherungen, Banken oder Maklern als Vergütungsmodell im Einsatz.

Urlaubs- & Weihnachtsgeld

Zur Grundvergütung kommen oft noch Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld hinzu. Diese werden gerne als kollektive Anreize für die Steigerung der Produktivität verwendet.

Sie erfolgen meist unter Freiwilligkeits- und Widerrrufsvorbehalt. So soll ein Anspruch aus betrieblicher Übung verhindert werden. Ansonsten kann durch eine vorbehaltlose regelmäßige Gewährung von Leistungen ein Rechtsanspruch der Arbeitnehmer:innen entstehen. Das würde die Sonderzahlung als Leistungsanreiz in ihrer eigentlichen Funktion höchstwahrscheinlich dann auch zunichte machen.

Tipp: Auch wenn Urlaubs- und Weihnachtsgeld in einem Unternehmen regelmäßig ausgezahlt wird, soll bei Arbeitnehmer:innen nicht das Bild entstehen, dass sie einen vorbehaltlosen Anspruch auf diese regelmäßigen Auszahlungen haben. Denn so würden diese Gelder ihre Funktion als Leistungsanreiz verlieren. Deshalb ist es wichtig vertraglich festzuhalten, dass die Zahlungen für Urlaubs- und Weihnachtsgeld unter Freiwilligkeits- und Widerrufsvorbehalt erfolgen.

Der Begriff Sonderzahlung verdeutlicht schon, dass es sich bei diesen zusätzlichen Leistungen nicht um regulären Arbeitslohn handelt. Steuerrechtlich sind beide Zahlungen „sonstige Bezüge“ und somit nicht steuer- und abgabenfrei.

In den meisten Fällen bleibt den Arbeitnehmer:innen daher ungefähr die Hälfte übrig. Eine Umwandlung der freiwilligen Sonderzahlungen in andere steuerbegünstigte Leistungen, beispielsweise Kinderbetreuungszuschüsse oder betriebliche Gesundheitsförderung, kann hier Abhilfe schaffen, birgt aber auch Konfliktpotential.

Kollektive variable Vergütung

Wie man sieht, bestehen viele Möglichkeiten, die Leistungen der Arbeitnehmer:innen individuell zu vergüten und zu fördern. Der Trend der kollektiven variablen Vergütung schlägt dagegen eine andere Richtung ein. Weg von individualisierter Leistungsmessung hin zum gemeinschaftlichen Performance Management.

Ein Hauptargument für die kollektive variable Vergütung: Wenn es nicht mehr nur um die eigenen Prämien und Boni geht, sondern vielmehr um die Leistung als Einheit, werden Selbststeuerung und Feedback unter den Arbeitnehmer:innen gefördert.

Ist das zusätzliche Entgelt von der Kollektivleistung abhängig, treten individuelle Interessen in den Hintergrund und erlauben somit eine bessere Ablauf- und Projektoptimierung.

Jetzt haben wir Ihnen einige Möglichkeiten gezeigt, wie Sie Ihre Mitarbeitenden für die hoffentlich passionierte Arbeit belohnen können. Damit auch korrekt abgerechnet wird, steht Ihnen PayFit natürlich gern zur Seite. Ob Lohn, fixes Gehalt, Bonuszahlungen, Sachbezüge oder Weihnachtsgeld – in der PayFit-App können Sie die variable Vergütung ganz einfach und individuell (mit wenigen Klicks) anpassen.

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