Was Sie als Unternehmen zur Lohnabrechnung und Gehaltsabrechnung wissen müssen

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Charlotte Block

Aktualisiert am 18.10.2022

Lohnabrechnung, Gehaltsabrechnung oder Verdienstabrechnung? Wie erstelle ich eine Lohnabrechnung? Kann ich die Lohn- und Gehaltsabrechnung online erledigen?

Als HR-Manager:in, Gründer:in oder Geschäftsführer:in sollten Sie die Lohnabrechnung-Basics kennen und wissen, welchen Aufwand das monatliche Prozedere mit sich bringt, um ultimativ die optimale Lösung für Lohn- und Gehaltsabrechnung für Ihr Unternehmen zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Lust, bei der Gehaltsabrechnung Zeit zu sparen?

Warum zögern viele die Lohnabrechnung selbst zu erledigen?

Oftmals stehen fehlende Praxiserfahrung, Angst vor Fehlern oder einfach mangelndes Fachwissen im Weg. Insbesondere in kleinen Unternehmen und Startups. Hier ist die Lohnabrechnung häufig Aufgabe der HR-Abteilung. Personaler:innen, die sich vorher noch nie mit dem Thema beschäftigt haben, müssen sich mit der Lohn und Gehaltsabrechnung ihrer Kollegen auseinandersetzen.

Lohn und Gehaltsabrechnung Erklärung

Wichtig ist grundsätzlich Lohnabrechnung zu verstehen: Die Lohnabrechnung ist somit ein Nachweis, der Angestellten zeigt, was sie für die erbrachte Leistung verdient haben. Das Sammeln und Verarbeiten aller wichtiger Daten nennt man vorbereitende Lohnabrechnung.

Was ist eine Gehaltsabrechnung?

Egal wie man den Vorgang der Entgeltabrechnung nennt: Lohnabrechnung, Gehaltsabrechnung oder Verdienstabrechnung, gemeint ist immer das gleiche. Eine Rechnung, die zeigt, aus welchen Bestandteilen sich der Verdienst in einem bestimmten Zeitraum zusammensetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt?

Das Gehalt beschreibt den fixen Betrag, der monatlich für die geleistete Arbeit vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird.

Der Lohn richtet sich nach der erbrachten Leistung, wie zum Beispiel einer gewissen Stundenzahl. Ein vorab vereinbarter Stundenlohn wird in dem Fall mit den geleisteten Stunden multipliziert.

Was sind die Pflichten bei der Lohnabrechnung?

Pflichten des Arbeitgebers

Als Arbeitgeber steht man in der Pflicht, ab dem/der ersten Angestellte/n im Unternehmen eine Lohnabrechnung zu erstellen. Diese muss dem/der Arbeitnehmer:in ausgehändigt werden und in Kopie oder digital aufbewahrt werden. Alle drei Punkte müssen von jedem Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung erfüllt werden:

  1. Erstellung

  2. Aushändigung

  3. Aufbewahrung

Dabei ist zu beachten, dass jedem/r Arbeitnehmer:in eine Abrechnung zusteht – unabhängig vom Anstellungsverhältnis. Für den Arbeitgeber sind insbesondere die Meldungen als Nachweis bei Finanzamt, Sozialversicherungsträgern und Zoll relevant. So kann nachvollzogen werden, dass alle Mitarbeiter:innen korrekt gemeldet und abgerechnet wurden. Der Lohnzettel muss also die getätigte Lohnzahlung im Detail aufschlüsseln, damit dieser für alle Beteiligten, sprich Arbeitnehmer:innen, Arbeitgeber und auch Finanzamt, genau nachvollziehbar ist.

Aufbewahrung der Lohnzettel

Der Lohnzettel müssen nach gesetzlichen Vorschriften erstellt werden und vom Arbeitgeber mindestens 6 Jahre aufbewahrt werden. 

Pflichten von Arbeitnehmer:innen

Die Pflichten für Arbeitnehmer:innen sind freiwillig gehalten. Hauptsächlich dient die Gehaltsabrechnung dem/der Arbeitnehmer:in dazu, auf einen Blick zu sehen, was er/sie im jeweiligen Monat verdient hat, inklusive aller Abzüge und vereinbarten Zuschüsse.

Als Berufstätige/r gibt es daher keine Pflicht, Lohnzettel aufzubewahren, Gehaltsnachweise sollten allerdings trotzdem am Besten ein Leben lang behalten werden, da man sie eventuell bei späterem Rentenantritt nochmal als Nachweis benötigen könnte. Auch bei privaten Veränderungen werden die Lohnnachweise immer wieder benötigt, beispielsweise beim Kauf auf Raten oder einem Wohnungswechsel. 

Benötigte Daten, um die Lohn und Gehaltsabrechnung zu erstellen

Für die vorschriftsmäßige Erstellung der Lohnabrechnung eines/r Mitarbeiter:in benötigt der Arbeitgeber gewisse Daten, sowohl Unternehmensdaten, als auch die Daten seines Angestellten.

Unternehmensdaten

Jedes Unternehmen, das Mitarbeiter:innen beschäftigt, braucht eine Betriebsnummer, mit welcher es bei den Sozialversicherungsträgern und der Berufsgenossenschaft zugeordnet werden kann.

Mitarbeiterdaten

Der/Die Arbeitnehmer:in muss bei Beginn eines Arbeitsverhältnisses einige Daten zusammentragen. Folgende Grunddaten werden benötigt, bei Praktikanten oder Studierenden sind beispielsweise weitere Unterlagen notwendig:

  • Vor- und Nachname

  • Geburtsdatum

  • aktuelle Wohnanschrift

  • Sozialversicherungsnummer

  • Krankenkassendaten

  • je nach Beschäftigungsarbeit die persönliche Steueridentifikationsnummer 

Vorgeschriebene Meldungen bei der Lohnabrechnung

Bei jeder Lohnabrechnung sowie bei der An- und Abmeldung eines/r Mitarbeiter:in müssen relevante Daten an das Finanzamt und and die Krankenkasse gemeldet werden. Die Meldungen, die in Zusammenhang mit der Tätigkeit eines/r Arbeitnehmer:in gemacht werden müssen, sind folgende:

  • Anmeldung eines/r Mitarbeiter:in

  • Abmeldung eines/r Mitarbeiter:in

  • Jahresmeldung

  • Unterbrechnungsmeldung

  • Sondermeldung (z.B. bei Insolvenzfällen)

Die regelmäßigen Meldungen an Krankenkassen und Finanzamt können nur elektronisch und zu einem bestimmten Stichtag übermittelt werden. Dies geschieht über die jeweiligen Portale der Krankenkassen und über autorisierte Programme ans Finanzamt. Außerdem gibt es noch unregelmäßige Meldungen wie: 

  • Änderungsmeldungen

  • Meldungen bei Arbeitsunfähigkeit

  • Sozialzeiten

  • Sofortmeldungen

Der Lohnzettel

Je nach Arbeitsverhältnis setzt sich der eigentliche Lohnzettel aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Auf einem Lohnzettel steht, wie sich das Gesamtbrutto zusammensetzt und was am Ende für den Arbeitnehmer übrig bleibt (das Netto, also der Auszahlungsbetrag, der dann auch im Endeffekt überwiesen wird). 

Das Gesamtbrutto kann sich wiederum aus unterschiedlichen Komponenten zusammensetzen und beinhaltet nicht immer nur Lohn oder Gehalt. Es gibt noch weitere Komponenten, die zum errechneten Bruttobetrag hinzu kommen. Dazu zählen beispielsweise Sachbezüge wie Firmenwagen, Jobrad oder Jobticket und Boni wie Leistungsboni oder Provisionen.

Sachbezüge

Sachbezüge sind häufig geldwerte Vorteile, das bedeutet Leistungen, die Arbeitnehmer:innen günstiger bekommen als üblich, da der Staat weniger für Steuern oder Sozialbeiträge abzieht. 

So sieht eine mit PayFit automatisch erstellte Lohnabrechnung aus

lohnabrechnung muster

Lust, bei der Gehaltsabrechnung Zeit zu sparen?

Gliederung des Lohnzettels

Kopfteil des Lohnzettels

  • Personaldaten wie beispielsweise Wohnanschrift, Geburtsdatum, Krankenversicherung

  • Vertragsdaten wie beispielsweise Jobtitel oder Vertragsbeginn

  • Urlaubskonto

  • Sozialversicherungs-Grunddaten

 Hauptteil des Lohnzettels 

  • Übersicht über Bruttolöhne

  • Abwesenheitskalender

  • Steuern und Sozialabgaben

  • Kommentarfeld

  • Nettoauszahlungen mit Auslage

Jahresübersicht 

In der Jahresübersicht des Lohnzettels finden Sie alle Werte, die im Jahr abgerechnet wurden, sowohl die Auszahlungen als auch die Abgaben. Diese Verdienstbescheinigung ist beispielsweise gold wert, wenn Arbeitnehmer:innen auf der Suche nach einer neuen Wohnung sind oder sonst eine Bescheinigung über das Einkommen benötigen. 

Begriffe in der Lohnabrechnung

In der Gehaltsabrechnung tauchen viele Begriffe auf. Wir haben die wichtigsten Begriffe im Folgenden für Sie erläutert.

Bruttolohn

Der Bruttolohn umfasst den monatlichen Stundenlohn multipliziert mit der Anzahl der geleisteten Stunden. Abzüglich der Steuern entsteht daraus der Nettolohn.

Bruttogehalt

Das monatliche Entgelt wird für gewöhnlich als Gehalt ausbezahlt. Das Bruttogehalt ist hierbei nicht abhängig von den Arbeitstagen, die Mitarbeitende erbringen. Genauso wenig ist es leistungsabhängig. Es sei denn es werden Boni ausgezahlt. Es wird also jeden Monat ein gleichbleibender Betrag auf das Konto der Mitarbeitenden überwiesen.

Sachbezüge bzw. Geldwerte Vorteile

Sachbezüge sind Arbeitgeberleistungen, die in den meisten Fällen nicht als Einkommen ausgezahlt werden und die Arbeitnehmer:innen zusätzlich zum Lohn/Gehalt erhalten. Wichtig ist, dass die Arbeitnehmer:innen einen Antrag beim Arbeitgeber stellen, welcher beinhaltet, an welches Kreditinstitut die Zahlung erfolgen soll (bzw. wo der Sparvertrag abgeschlossen wurde).

Beispiele für Sachbezüge können die Überlassung eines Firmenwagens für den privaten Gebrauch, ein Dienstfahrrad, Arbeitskleidung, Geschenke zu besonderen Anlässen, ein Kindergartenzuschuss, Mahlzeiten, Fahrtkostenzuschüsse oder ein Jobticket sein.

Überschreitet der Wert des Sachbezugs bestimmte Grenzwerte, so muss dieser wie erwähnt als geldwerter Vorteil versteuert und verbeitragt werden.

Vermögenswirksame Leistungen (VL)

Vermögenswirksame Leistungen sind Sparzulagen, die der Arbeitgeber anlegt, um den Vermögensaufbau seiner Arbeitnehmer:innen zu fördern. Wichtig ist, dass Arbeitnehmer:innen einen Antrag beim Arbeitgeber stellen, in dem drin steht, an welches Kreditinstitut die Zahlung erfolgen soll (wo der Sparvertrag abgeschlossen wurde).

Der Höchstbetrag, den Arbeitgeber auszahlen können, liegt bei 40 Euro pro Monat. Die beliebtesten Anlageformen für Mitarbeiter sind Banksparpläne, Bausparverträge, Fondssparpläne oder die Tilgung einer Baufinanzierung. Und sollten Arbeitnehmer:innen innerhalb einer bestimmten Einkommensgrenze liegen, kann zusätzlich zur Sparzulage des Arbeitgebers noch Geld vom Staat in Form der Arbeitnehmersparzulage beantragt werden.

Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV)

Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Zahlung an Arbeitnehmer:innen zum Aufbau einer Zusatzrente.

Steuerfreibeträge

Lohnsteuerfreibeträge können von Arbeitnehmer:innen beim Finanzamt beantragt werden. Sie müssen nachweisen können, dass regelmäßige Ausgaben getätigt werden, die am Ende des Jahres zu einer Rückzahlung führen würden. So bekommt man nicht am Ende des Jahres eine große Steuerrückzahlung, sondern aufgeteilt in kleine Häppchen jeden Monat einen Steuerfreibetrag.

Beispiele:

  • Werbungskosten, soweit sie über dem Arbeitnehmerpauschbetrag liegen

  • Sonderausgaben, soweit sie über dem Pauschbetrag von 36 € liegen

  • außergewöhnliche Belastungen

Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers

  • Arbeitslosenversicherung (ALV): Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil betragen jeweils 1,2%

  • Gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil betragen jeweils 7,30% + den jeweils halben Zusatzbeitrag (durchschnittlich 1,1%, also je 0,55% AN/AG)

  • Deutsche Rentenversicherung (RV): Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil betragen jeweils 9,30%

  • Pflegeversicherung (PV): Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil betragen jeweils 1,525%

Kirchensteuerabzug (freiwillige Abgabe)

Persönliche Abzüge z.B. Vorschüsse, die der Arbeitgeber den Arbeitnehmer:innen gezahlt hat

Aufwandsentschädigungen z.B. Reisekostenerstattung

Auszahlungsbetrag Der Betrag, der auf das Konto der Arbeitnehmer:innen überwiesen wird.

Lohn und Gehaltsabrechnung berechnen

Das fertige Produkt, also den Lohnzettel, kennen wir bereits. Nun ist allerdings die Frage, was wo abgezogen oder auch addiert wird, damit man vom Bruttolohn zum Auszahlungsbetrag gelangt.

Wie bereits erwähnt, beginnt alles mit den Stammdaten Ihrer Mitarbeitenden, beispielsweise den Adressdaten oder Vertragsdaten. Davon abhängig sind nämlich auch die Berechnungen von so manchen Beiträgen.

Bewegungsdaten spielen außerdem eine Rolle. Monatliche Arbeitszeiten bei Stundenlohnempfängern, Krankheitszeiten etc. müssen beachtet werden.

Sind diese Daten vorhanden, kann der Bruttolohn errechnet werden. Außerdem gibt es in Ihrem Unternehmen eventuell noch Sachbezüge oder vermögenswirksame Leistungen. Diese Beträge müssen ebenfalls addiert werden, um zum Gesamtbrutto zu gelangen.

Diese Daten müssen zum Stichtag der Abrechnung vorliegen, damit die Gehaltsabrechnung für den einzelnen Mitarbeitenden korrekt durchgeführt werden kann.

Die meisten Additionen sind somit geklärt. Doch was passiert mit den zahlreichen Abgaben?

Abgaben an Finanzamt und Krankenkassen

Arbeitnehmer:innen müssen bei Finanzamt und Krankenkassen gemeldet werden. Zudem müssen Meldungen über die monatlichen Beiträge, die sich aus dem Gesamtbrutto errechnen, übermittelt werden. Die Zahlungen erfolgen auch an jene Träger, die das Geld dann entsprechend weiterleiten.

Folgende Abgaben gehen an das für Ihr Unternehmen zuständige Finanzamt:

  • Lohnsteuer

  • ggf. Solidaritätszuschlag

  • ggf. Kirchensteuer

Das Finanzamt leitet die Anteile entsprechend weiter. Die Krankenkasse hingegen nimmt folgende Abgaben an und leitet sie entsprechend weiter:

  • Krankenversicherung

  • Pflegeversicherung

  • Rentenversicherung

  • Arbeitslosenversicherung

Wichtiger Hinweis

Der Arbeitgeber ist zur Verwendung der vom Finanzamt gemeldeten Daten verpflichtet. Häufig werden die Daten bspw. nach einer Hochzeit erst Monate später vom Finanzamt hinterlegt – der Arbeitgeber ist dennoch nur dann auf der sicheren Seite, wenn die “veralteten” Daten verwendet werden, bis das Finanzamt die Daten korrigiert.

Häufige Fehler in der Gehaltsabrechnung

Falsch ausgezahlte Zuschläge oder Provisionen, eine veraltete Steuerklasse – bei der Abrechnung der Gehälter können immer wieder Fehler passieren, denn viele Informationen müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenlaufen. Insbesondere Unternehmen mit hoher Variabilität und Fluktuation – wie etwa Gast-, Pflege- oder Reinigungsbetriebe – sind besonders anfällig für fehlerhafte Gehaltsabrechnung. 

Falsche Lohnsteuerklasse

Lebensumstände der Mitarbeitenden spielen in der Einordnung der richtigen Steuerklasse eine sehr entscheidende Rolle. Der Arbeitgeber ist für die korrekte Angabe der Lohnsteuerklassen verantwortlich – deshalb lohnt sich die regelmäßige Überprüfung, bei der das Finanzamt gern behilflich sein kann.

Sozialversicherung falsch berechnet

Der Arbeitgeber ist Schuldner gegenüber den Sozialversicherungsträgern. Vergisst also dieser den Abzug der Sozialversicherungsbeiträge vom Arbeitsentgelt seiner Mitarbeitenden, darf er den Betrag im Allgemeinen nur innerhalb der folgenden drei Gehaltszahlungen nachträglich abziehen. Die richtige Abrechnung lässt sich am Beitragsgruppenschlüssel direkt auf der Gehaltsabrechnung ablesen. Hier steht bei klassisch angestellten Arbeitnehmer:innen beispielsweise viermal die Eins (Beitragsgruppenschlüssel 1111).

Krankenkassenbeitrag an die falsche Krankenkasse

Eine regelmäßige Abfrage der aktuellen Krankenkasse bei den Angestellten lohnt sich. Heutzutage gibt es zwar weniger Krankenkassen, als noch vor ein paar Jahren – diese werben jedoch häufig mit attraktiven Prämien für einen Wechsel, was dazu führt, dass Arbeitnehmer:innen häufiger Krankenkassen wechseln.

Kirchensteuer fälschlich abgezogen

Hier sollte beispielsweise der Kirchenaustritt immer von den Arbeitnehmer:innen gemeldet werden, damit es zu keinen Ungereimtheiten bei der Abrechnung kommt. Der Austritt hat eine unmittelbare Auswirkung, denn mit dem Tag des Austritts entfällt auch die Zahlung der Kirchensteuer. 

Änderungen beim Lohn durch Überstunden, Zuschläge etc.

Oftmals werden zusätzlich geleistete Stunden oder Zuschläge erst zu spät erfasst und nicht korrekt in der Abrechnung berücksichtigt. Eine genaue Dokumentation ist daher essentiell für die korrekte Abrechnung, insbesondere von Lohnempfänger:innen.

Zu diesen fallbezogenen Fehlern kommen natürlich noch Aspekte wie mangelnde Genauigkeit (z.B. in Stresssituationen) oder Sonderfälle wie die Abrechnung von steuerfreien oder pauschal besteuerten Lohnbestandteilen.

Fehler in der Gehaltsabrechnung können somit durch Expertenwissen, Genauigkeit und die richtigen Hilfsmittel vermieden werden.

Lohnabrechnung selber erstellen oder auslagern?

Lohnabrechnung kann sehr zeitintensiv sein, insbesondere wenn Ihr Unternehmen viele Mitarbeitende beschäftigt. Die Komplexität führt nicht selten zu viel Papierkram, umständlicher Kommunikation und Zeitnot bezüglich anderer Aufgaben. Große Unternehmen haben häufig eine interne Lohnbuchhaltung, selten lohnt sich das allerdings für KMUs und Startups. Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich die Lohnbuchhaltung also nicht intern erledigen möchte?

Lohnabrechnung auslagern: Steuerberater, Lohnbüro und Lohnbuchhalter

Die Auslagerung der Lohnabrechnung an den/die Steuerberater:in, mit dem/der man ohnehin in Kontakt steht, ist naheliegend. Vermeintlich bedeutet die Auslagerung eine einmalige Weitergabe der Daten an den/die Steuerberater:in, der/die sich dann “um alles weitere” kümmert.

Leider gestaltet sich die Auslagerung häufig komplizierter als gedacht. Nur selten handelt es sich um eine einmalige Anmeldung eines Gehaltsempfängers, der dann Monat für Monat abgerechnet wird. Änderungen bezüglich geleisteter Arbeitsstunden, Boni oder sonstiger Lohnbestandteile müssen stets an Dritte kommuniziert werden, nicht selten entstehen Rückfragen.

Aus Datenschutzgründen dürfen empfindliche Mitarbeiterdaten nur auf dem Postweg ausgetauscht werden, was in der Regel sehr lange dauert und umständlich ist. Sie sollten außerdem großes Vertrauen in die Personen/Büros haben, da die sensiblen Daten sehr vertraulich zu behandeln sind 

Zudem sollten Sie den/die Steuerberater:in lieber für Aufgaben bezahlen, die dem Unternehmen zu Gute kommen (und dem/der Steuerberater:in auch Freude bereiten).

lohnabrechnung

Lohnabrechnung über HR-Tools

KMUs und Startups verzichten aus Kostengründen meist darauf, eine eigene Lohnbuchhaltungs-Abteilung aufzubauen. Buchhalter:innen, Steuerberater:innen oder externe Lohnbüros kommen eventuell auch nicht in Frage, da so immer ein Stück Kontrolle verloren geht.

Die Lohnabrechnung online bleibt somit häufig in den HR-Abteilungen, die sich entweder selbstständig um die Lohnabrechnung kümmern (viel Fachwissen notwendig, sehr zeitaufwendig und hohe Verantwortung) oder eine HR-Software implementieren. Diese Software hat nicht selten ein Feature, welches die Lohnabrechnung für die Unternehmen übernimmt. Mitarbeiterdaten, Vertragsdaten etc. werden online eingetragen und die Lohnabrechnung durchgeführt.

Was viele bei dieser Lösung nicht beachten: Die sensiblen Daten bleiben nicht nur beim Unternehmen oder einer vertrauenswürdigen Person (wie dem/der Steuerberater:in), sondern gehen über Drittanbieter wie Lohnbüros. Die Integration für die direkten Meldungen an Finanzamt und Krankenkassen, ist ebenfalls häufig nicht gegeben, sodass hier ein weiterer Schritt vorgenommen werden muss, bevor die Lohnabrechnung durchgeführt wird.

Das führt zu längeren Bearbeitungszeiten, kurzfristige Änderungen sind oft nicht möglich. Der Support ist bei dieser Lösung oft nicht gegeben, da es keine Experten für Lohnabrechnung im Unternehmen gibt.

Externe Lohn- und Gehaltsabrechnung über Lohnabrechnungssoftware

Cloud-Lösungen und fortschrittliche HR-Software gibt es heutzutage viele. Allerdings erfordern einige davon weiterhin Fachwissen für die Erstellung von Lohnabrechnung. Nicht so intuitive Tools, die eine direkte Schnittstelle zu Finanzamt und Krankenkassen besitzen und bei denen Sie Ihre Daten nicht an Dritte weitergeben.

Datenbanken, die in solche Tools integriert sind, helfen, das Gelernte zu speichern und anderen zugänglich zu machen. Automatische Erinnerungen unterstützen die Datenaktualisierung. Unverzichtbar ist die Eigenständigkeit, die solche Tools liefern:

Wenn Arbeitnehmer ihre Personaldaten eigenständig pflegen und Manager:innen Vertragsdaten - zum Beispiel ein neuer Bonus für Mitarbeitende - selbst editieren können, müssen diese nicht erst an die Personalabteilung weitergetragen werden. Dadurch lassen sich zeitintensive Prozesse drastisch verkürzen und Fehler merklich reduzieren. Dazu behalten Sie außerdem den Überblick über die Lohnabrechnungen und Mitarbeiterdaten, was wiederum ein besseres internes Controlling ermöglicht. 

Außerdem profitieren Mitarbeitende von Lohnabrechnungssoftwares. Sie haben einen eigenen Mitarbeiterzugang, sodass sie die Gehaltsabrechnungen einsehen können (und im Falle von PayFit außerdem Abwesenheitsanträge stellen und Arbeitszeiten eintragen können).

Lohnabrechnung mit PayFit

PayFit digitalisiert und vereinfacht Lohn- und Gehaltsabrechnungsprozesse, um KMUs & Startups Zeit und Kosten zu sparen. Dank voller Datenkontrolle und intuitiver Benutzeroberfläche können Lohnabrechnung und Abwesenheitsmanagement autonom, individuell und ohne Drittanbieter durchgeführt werden.

Was Sie von diesem Guide mitnehmen sollten

1. Gehaltsabrechnung wirkt auf den ersten Blick oft kompliziert und aufwendig, die Grundlagen zur Lohnberechnung sind allerdings schnell verstanden.

2. Eine der größten Herausforderungen ist es, bei den häufigen Gesetzesänderungen auf dem aktuellen Stand zu bleiben – gute Tools haben die Änderungen allerdings bereits integriert.

3. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in einem Startup oder KMU mit Lohnabrechnung umzugehen. Eine Auslagerung bedeutet häufig Kontrollverlust sowie viele Feedback-Schleifen.

4. Gehaltsabrechnung muss nicht immer eine unbeliebte Aufgabe sein Mit intuitiven Tools lässt sich der Zeit- sowie Kostenaufwand reduzieren. So haben Sie und Ihre Kollege:innen wieder Zeit für die wichtigen Aufgaben und die Kontrolle über die Daten und Auswertungen bleibt im Unternehmen.

Lust, bei der Gehaltsabrechnung Zeit zu sparen?

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken. PayFit übernimmt keine Haftung für den Inhalt. Es ist kein Ersatz für eine rechtliche Beratung durch eine/n Steuerberater:in oder Jurist:in. PayFit kann nicht für Schäden verantwortlich gemacht werden, die durch das Lesen oder die Nutzung der Website entstehen. Achten Sie auf das Datum der letzten Aktualisierung.

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