Wann wird an wen die Energiepreispauschale ausgezahlt?

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Ariane Brasch

Teamlead App & Payroll Specialist

Aktualisiert am 2.08.2022

Als Ausgleich für die aktuell hohen Energiepreise wurde von der Bundesregierung eine Energiepreispauschale (kurz: “EPP”) in Höhe von 300 Euro beschlossen. Beschäftigte sollen sie in den überwiegenden Fällen im September 2022 vom Arbeitgeber ausgezahlt bekommen. Im Folgenden möchten wir Sie über die wichtigsten Themen und Fragen rund um die Energiepreispauschale informieren.

Inhalt

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Voraussetzung für die Auszahlung der Energiepreispauschale durch den Arbeitgeber

Arbeitnehmenden wird die Energiepreispauschale vom Arbeitgeber ausgezahlt, wenn sie am 1. September 2022 (Stichtag):

  • in einem gegenwärtigen ersten Dienstverhältnis stehen und

  • in eine der Steuerklassen I bis V eingereiht sind

oder

  • als geringfügig Beschäftigte Person unabhängig von der Art des Lohnsteuerabzugs (pauschale Lohnsteuer oder individuelle Lohnsteuer) angestellt sind

Beispiel: Eine Mitarbeiterin beginnt das Arbeitsverhältnis am 2. September oder später bei Ihnen – diese Mitarbeiterin ist bei Ihnen nicht anspruchsberechtigt zum Erhalt der Energiepreispauschale. In diesem Fall muss der Energiezuschuss von 300 Euro über den vorherigen Arbeitgeber ausgezahlt oder über die Einkommensteuererklärung “beantragt” werden.

Wer also bekommt die Energiepauschale ausgezahlt?

Eine Auflistung der häufigsten Beschäftigungsarten, bei denen der Arbeitgeber in der Regel die Energiepreispauschale auszahlen muss:

  • Arbeitende, Angestellte, Auszubildende

  • geringfügig Beschäftigte („Minijobber“)

  • Werkstudent:innen und Student:innen im entgeltlichen Praktikum

  • Arbeitnehmende, die steuerpflichtige oder steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers erhalten (z. B. nach § 20 Mutterschutzgesetz - MuSchG -)

  • Arbeitnehmende, die Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Elterngeld, Verdienstausfallentschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz, etc. beziehen

  • im Inland unbeschränkt steuerpflichtige Grenzpendler:innen und Grenzgänger:innen (nähere Erläuterungen siehe Punkt 5 der FAQ des BMF)

  • Freiwillige im Sinne des § 2 Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG) und Freiwillige im Sinne des § 2 Jugendfreiwilligendienstegesetz (JFDG)

  • Arbeitnehmende im Sabbatical oder im unbezahltem Urlaub können ebenfalls anspruchsberechtigt sein

Ausführliche Anspruchsberechtigung

Anspruch auf die EPP haben alle Personen, die während des Jahres 2022 (ggf. auch nur für einen Teil des Jahres) in Deutschland wohnen oder sich gewöhnlich dort aufhalten (unbeschränkte Einkommensteuerpflicht) und im Jahr 2022 Einkünfte aus einer der folgenden Einkunftsarten beziehen:

  • § 13 Einkommensteuergesetz (Land- und Forstwirtschaft)

  • § 15 Einkommensteuergesetz (Gewerbebetrieb)

  • § 18 Einkommensteuergesetz (selbständige Arbeit) oder

  • § 19 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 Einkommensteuergesetz (Einkünfte als Arbeitnehmer aus einer aktiven Beschäftigung).

Ausnahmen: Auszahlung der Energiepreispauschale über die Einkommenssteuererklärung

In einigen Fällen wird die Energiepreispauschale nicht über den Arbeitgeber ausgezahlt, sondern über die Einkommensteuererklärung geregelt.

Fälle in denen die Energiepauschale vom Arbeitgeber nicht ausgezahlt wird:

  • wenn ausschließlich geringfügige Beschäftigte (Minijobber) abgerechnet werden, die mit 2% pauschal versteuert werden (Lohnsteuer nach § 40a Absatz 2 EStG erhoben wird)

  • wenn die pauschal besteuerten geringfügig Beschäftigten dem Arbeitgeber nicht schriftlich bestätigt haben, dass es sich um ihr erstes Dienstverhältnis handelt

  • wenn der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist eine Lohnsteuer-Anmeldung abzugeben

  • oder wenn der/die Arbeitnehmende kurzfristig beschäftigt oder eine Aushilfskraft in der Land- und Forstwirtschaft ist

Ablauf der Beantragung – Die Energiepauschale Auszahlung für Sie als Arbeitgeber

Abgabefrist der Lohnsteuer-AnmeldungAuszahlung der EPP
monatlichSeptember
quartalsweiseWahlrecht: September oder Oktober
jährlichWahlrecht: September oder Verzicht
keine Lohnsteueranmeldungkeine

Bei monatlicher Lohnsteueranmeldung

1. Im August wird die Höhe der Energiepreispauschale mit der Lohnsteueranmeldung für August angemeldet. Dies geschieht über ein zusätzliches Datenfeld in der elektronischen Lohnsteueranmeldung.

2️. Die Summe ist ein Vielfaches von 300 – abhängig von der Anzahl an anspruchsberechtigten Arbeitnehmenden.

3️. Diese Summe verringert ihre Überweisungssumme der Lohnsteuer. Damit wird sichergestellt, dass Sie als Arbeitgeber die Energiepreispauschale nicht vorfinanzieren müssen.

4️. Wenn die Summe der Energiepreispauschale die Summe der abzuführenden Lohnsteuer übersteigt, wird die Lohnsteueranmeldung negativ. Diese Differenz bekommen Sie ohne einen gesonderten Antrag beim zuständigen Betriebsstättenfinanzamt, auf die dort bekannte Bankverbindung erstattet.

5️. Die Auszahlung der Energiepreispauschale an Ihre Mitarbeiter:innen erfolgt erst mit der Abrechnung des Septembers. Die Energiepreispauschale ist dabei steuerpflichtig als sogenannter sonstiger Bezug und nicht sozialversicherungspflichtig.

6️. Arbeitnehmende, die die Energiepreispauschale erhalten haben, bekommen den Großbuchstaben E auf ihrer elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen, pauschal besteuerte geringfügig Beschäftigte (Minijob) jedoch nicht.

Bei quartalsweiser Lohnsteueranmeldung

Wird gehandhabt wie bei der monatlicher Anmeldung mit folgendem Zusatz:

  • Ein Arbeitgeber mit vierteljährlichem Anmeldungszeitraum kann die Energiepreispauschale an die Arbeitnehmenden abweichend von der Regel im Oktober 2022 auszahlen.

  • Die Anmeldung der Energiepreispauschale und die Auszahlung erfolgt dann mit der Oktoberabrechnung, sofern Sie dies wünschen.

Bei jährlicher Lohnsteueranmeldung

Im Falle einer jährlichen Lohnsteueranmeldung kann der Arbeitgeber wählen, ob er den Beschäftigten den Energiezuschuss von 300 Euro auszahlen möchte, oder ob die Beschäftigten diese über ihre Einkommensteuererklärung beziehen können. Grund hierfür ist, dass die Regierung diese kleineren Arbeitgeber nicht zur Vorfinanzierung der Energiepreispauschale zwingen wollen, da in dem Fall einer Auszahlung der Energiepreispauschale diese erst mit der nächsten Lohnsteueranmeldung im Januar 2023 für das Jahr 2022 verrechnet werden kann.

Das bedeutet: In diesem Fall haben Sie das Wahlrecht, ob die Energiepreispauschale im September ausgezahlt wird oder ob auf die Auszahlung verzichtet wird.

In diesem Fall können anspruchsberechtigte Arbeitnehmende die einmalige Energiepauschale in Höhe von 300 Euro dann über die Abgabe einer Einkommensteuererklärung für das Jahr 2022 erhalten.

Wenn die Energiepreispauschale ausgezahlt wird, dann ist das Vorgehen analog zur monatlichen Lohnsteueranmeldung, jedoch unter der Prämisse, dass eine Vorfinanzierung der Energiepreispauschale durch Sie als Arbeitgeber stattfindet und diese erst mit der Lohnsteueranmeldung für das Jahr 2022 im Januar 2023 erfolgt.

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